Praktischer Unterricht

Das in den theoretischen Unterrichten erlernte Wissen versuchen wir selbstverständlich auch in die Praxis umzusetzen.

Hier ein paar Beispiele:

  • Retten und Selbstretten / Tragbare Leitern
  • Technische Hilfeleistung
  • Knoten / Stiche / Bunde
  • Erste Hilfe
  • Gerätekunde
  • Löschangriff / Brandbekämpfung

24h-Übung 2017

Geschrieben von Jan Heß am . Veröffentlicht in Praxis

Dieses Jahr durften sich die Jugendlichen der Feuerwehr Flörsheim wieder über eine 24h-Übung freuen. Hierbei soll den Jugendlichen nahegebracht werden, wie es sich anfühlt, bei einer Berufsfeuerwehr zu arbeiten. Es wurde also zu Beginn mit allen besprochen, wie die gesamte Übung nach der Idee der Betreuer abzulaufen hatte.
Im direkten Anschluss wurden alle auf ihre Fahrzeuge eingeteilt, damit bei einem möglichen "Einsatz" jeder seine Position und die damit verbundenen Aufgaben kennt.

Nachdem die Einteilung beendet war, wurde zunächst das Schlaflager im Saal der Feuerwehr aufgeschlagen. Anschließend kümmerte sich ein Teil um das gemeinsame Abendessen, also Tische decken und grillen, während die anderen Jugendlichen die Zeit nutzten, um Ball zu spielen oder um sich noch einmal mit den Fahrzeugen und der Beladung vertraut zu machen.

Gegen 21:00 Uhr lief im Feuerwehrhaus dann das erste mal der Alarmgong, um auf einen anstehenden Einsatz aufmerksam zu machen. Das Stichwort war "Tierrettung auf dem Gelände der Weilbacher Kiesgruben". Dort eingetroffen wurde in der Dunkelheit mit Handlampen und der Wärmebildkamera nach einer ausgebüchsten Schlange gesucht. Mit den Hilfsmitteln konnte die Schlange (bei unserer Übung natürlich nur ein Stofftier mit angebundenen "Handwärmern") nach kurzer Suche gefunden und in die Tierrettungsbox für den anschließenden Transport in die Tierklinik gelegt werden. Danach ging es wieder zurück ins Feuerwehrhaus. Die Box wurde gereinigt und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht. Beendet war der Einsatz dann um 22:15 Uhr.

Die anschließende Zeit zur "freien Verfügung" wurde um 01:00 Uhr durch den nächsten Einsatz unterbrochen. Gemeldet wurde ein Brand innerhalb eines Gebäudes am alten Bauhof. Schnell standen die Jugendlichen auf, zogen ihre Einsatzkleidung an und stiegen auf die Fahrzeuge. Die Einsatzstelle konnte man bereits von weitem am dichten Rauch über dem Gebäude erkennen. Die Jugendlichen rüsteten sich selbstständig mit Atemschutzgeräten (Attrappen) aus, um im Inneren des Gebäudes nach Personen und dem Feuer zu suchen, während draußen gleichzeitig ein Löschangriff aufgebaut wurde, um das Feuer zu bekämpfen. Zwei Personen konnten von den jungen Feuerwehrleuten aus dem Gebäude, eine dritte Person per Leiter vom Balkon des Gebäudes, gerettet werden.

Abschließend wurde mit einem Belüftungsgerät der Rauch aus der Wohnung befördert. Gegen 03:30 Uhr ging es dann mit allen Fahrzeugen wieder zurück zum Feuerwehrhaus, wo alle benutzten Gerätschaften gereinigt, schmutzige Schläuche ausgetauscht und die Fahrzeugtanks wieder aufgefüllt wurden. Die Jugendfeuerwehr Flörsheim war nun also wieder einsatzbereit.

Die Jugendlichen gingen nun in ihre Betten, um sich etwas auszuruhen. Schnell konnte man feststellen, dass Ruhe im Schlafsaal einkehrte.

Um etwa 6:30 Uhr mussten die ersten Jugendlichen wieder aufstehen, um für alle das Frühstück vorzubereiten, welches dann um 07:00 Uhr eröffnet wurde. Beim Abräumen der Tische ging dann gegen 8:00 Uhr der nächste Alarm ein. Die Brandmeldeanlage in der Flörsheimer Stadthalle löste aus. Die Jugendlichen waren schnell vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen. Unter Anleitung der Betreuer wurde in der Brandmeldezentrale (BMZ) der Stadthalle herausgefunden, dass ein Druckknopfmelder betätigt wurde. Der zuständige Gruppenführer erkundete mit Hilfe der passenden Laufkarte den Bereich des ausgelösten Melders. Dort angekommen war zu erkennen, dass der Melder wirklich eingedrückt war. Der Melder wurde zurückgestellt und die BMA quittiert. Somit war dieser Einsatz für uns abgearbeitet. Die Jugendlichen konnten bei dieser Übung sehen, wie wichtig es ist, sich in fremden Gebäuden anhand von Plänen zurechtzufinden.

Wieder im Feuerwehrhaus angekommen begannen die Jugendlichen mit den Aufräumarbeiten. Die Küche wurde gereinigt, die Betten abgebaut und der Schlafsaal leergeräumt. Danach war wieder etwas Zeit für Tätigkeiten nach Wahl. Der Großteil der Jugendlichen traf sich auf dem Hof, um zusammen Ball zu spielen.

Um 11:00 Uhr war es dann Zeit für den nächsten Einsatz: Zwei Personen waren beim Spazieren in den Main gefallen. Den Jugendlichen war sofort klar, dass die beiden Boote für diesen Einsatz benötigt werden und machten sich mit diesem Gedanken auf den Weg zum Main. Unterwegs wurden bereits die Schwimmwesten angelegt, um für die eigene Sicherheit zu sorgen. Über den Steg am Mainufer bestiegen wir dann unsere Boote und begannen die beiden vermissten Personen zu suchen. Auf Höhe der Opelbrücke konnte man Bewegungen mitten auf dem Main erkennen. Schnell machten sich die Kinder bereit, um die Personen aus dem kalten Wasser zu ziehen.

Während ein Teil der Jugendlichen mit der Rettung der Personen im Main beschäftigt waren, bereitete der andere Teil schon das gemeinsame Mittagessen vor. Auf dem Plan standen Spaghetti Bolognese. Wie kleine Meisterköche schnitten die Jugendlichen das Gemüse, brieten das Hackfleisch, würzten die Soße und kochten die Nudeln, damit nach Rückkehr der restlichen Mannschaft direkt mit dem Essen begonnen werden konnte. Dies gelang zur freudigen Überraschung der Betreuer sogar auf die Minute. Gestärkt konnte es also an die restlichen Aufgaben gehen.

Gegen Ende der 24h-Übung musste nämlich das komplette Feuerwehrhaus wieder auf Vordermann gebracht werden. Die Jugendlichen machten sich also an die Arbeit: Es wurden alle genutzten Fahrzeuge innen und außen gereinigt und getankt, gebrauchte Geräte gereinigt und auf Schäden überprüft, die Kochutensilien gespült, die komplette Küche gereinigt und die Kleidung sauber und ordentlich in die Spinde der Jugendlichen geräumt.

Zum Abschluss trafen sich alle Jugendlichen und Betreuer im Jugendraum, um die gesamte 24h-Übung zu besprechen. Jeder hat seine positiven wie negativen Erlebnisse der vergangenen 24 Stunden genannt, um diese Erfahrungen bei der nächsten 24h-Übung einzubringen.
Die Betreuer konnten sich hierbei über fast ausschließlich positives Feedback freuen. Was nicht zuletzt auf die gute Organisation durch Sascha Berger zurückzuführen ist, der die diesjährige Übung koordiniert hat.

Am Ende möchten wir uns bei allen Helfern bedanken, die uns im Vorfeld und während der Übung unterstützt haben.